Gesellschaftliche Superlative: extrem – radikal – und du?

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Radikalisierungsprävention 2022


Hate Busters – Gemeinsam gegen Ausgrenzung und Extremismus


Auch im Jahr 2022 führte die OJA Bludenz in Kooperation mit der OJA Montafon im Rahmen der Radikalisierungsprävention zur Stärkung von Demokratiekultur ein spannendes Projekt mit dem Titel „Hate Busters – Gemeinsam gegen Ausgrenzung und Extremismus“ mit Jugendlichen durch. Im Wesentlichen setzte sich das Projekt aus drei Programmpunkten zusammen. Ein zweitägiger Blue Eyed Workshop eröffnete die Durchführungsphase, gefolgt von einer Exkursion nach Wien, inhaltlich gekoppelt mit einem Workshop zum Thema Rechtsextremismus und einem geführten Rundgang in der ehemaligen Tötungsanstalt Schloss Hartheim in Linz. Unabhängig von diesen Aktionen wurde von den Jugendarbeiter*innen Marco Wagner und Mara Colnago ein Workshop für Jugendliche zur Radikalisierungsprävention konzipiert, welcher bei Bedarf in Zukunft mit Jugendlichen im offenen Betrieb durchgeführt werden kann.


Blue Eyed Workshop

Am 16. und 17. Juli fand ein „Blue Eyed“ Workshop mit 18 Teilnehmer*innen in der Villa K. in Bludenz statt. Das Team „Diversitiy Works“ unter der Leitung von Jürgen Schlicher ist dafür eigens aus Deutschland angereist, um den Workshop mit uns und den Jugendlichen durchzuführen. Dieser zweitägige Workshop ließ zwei voneinander getrennte Gruppen, die „Braunäugigen“ und die „Blauäugigen“, in höchstem Maß spüren, welche Auswirkungen Diskriminierung hat. Besonders interessant und wichtig ist bei diesem Training die Reflexion im Nachgang und der Austausch von Erfahrungen und der durchlebten Emotionen der beiden Gruppen, derjenigen, die diskriminiert wurden und von denen, die die Diskriminierungen ausgeführt und beobachtet haben.

Workshop mit DÖW Wien und Exkursion ins Schloss Hartheim

Von 22. bis 24. Juli gab es im Rahmen einer Wienfahrt einen weiteren Workshop zum Thema Rechtsextremismus gemeinsam mit dem DÖW Wien mit 13 jugendlichen Teilnehmer*innen. Aufbauend auf den Erfahrungen vom „Blue Eyed Workshop“ und der Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus besuchten wir anschließend gemeinsam bei der Rückfahrt nach Vorarlberg die ehemalige Tötungsanstalt der Nationalsozialisten im Schloss Hartheim in Alkoven in der Nähe von Linz. Der geführte Rundgang ging den Teilnehmer*innen sehr nahe und machte dieses traurige Kapitel der Geschichte und die fatalen Folgen einer extremistischen Ideologie, die in der industriellen Massenvernichtung unschuldiger Menschen endete, für alle sichtbar und spürbar. 

Das Projektteam und die beteiligten Einrichtungen bedanken sich hier recht herzlich beim Dachverband der Offenen Jugendarbeit Vorarlberg koje und dem Sozialfonds Vorarlberg, die es möglich machen, dass solche wertvollen Projekte mit Jugendlichen durchgeführt werden können.



Extremismusprävention macht Schule

Im Jahr 2022 gab es für die OJA in Vorarlberg in Koordination mit der koje erstmals die Möglichkeit, über eine Finanzierung des OeAD (Agentur für Bildung und Internationalisierung) einen Workshop zum Thema Radikalisierungs- und Extremismusprävention im schulischen Kontext anzubieten. Dazu haben der Jugendarbeiter Marco Wagner und die angehende Sozialarbeiterin Mara Colnago Anfang des Jahres ein Konzept eingereicht, welches begutachtet und genehmigt wurde. Mit einem vorläufigen Jahreskontigent von zehn Workshops konnte dann der Organisation und Umsetzung im Herbst 2022 nichts mehr im Wege stehen.

Mit dem Titel „Same Same but Different – Vielfalt statt Gewalt!“ wurde ein vierstündiges Workshopformat für Schulklassen ab der 7. Schulstufe geschaffen, welches präventiv Radikalisierungsprozessen, Gewalt im Kontext extremistischer Ideologien und jeglichen Vorurteilen oder problematischen, menschenverachtenden Haltungen entgegenwirken sollte. Im Folgenden eine kurze Beschreibung der Ziele des Workshops:

Sag Stopp zu Diskriminierung!

Der Workshop ist neben einer thematischen Auseinandersetzung mit den Begriffen Identität, Vorurteile, Diskriminierung, Radikalisierung und Extremismus ein Beitrag zur Stärkung von Demokratiekultur. Vielfalt sollte als eine positive Ressource und Chance für ein friedliches und respektvolles Miteinander erkannt werden. Weltoffene und kritische Positionen einzunehmen, wirkt sich präventiv auf Radikalisierung und Extremismus aus. Intersektionale Perspektiven bieten Jugendlichen die Möglichkeit, einen kritischen Blick auf Identität und Diskriminierung zu werfen. Sie sollen befähigt werden, Ideologien der Ungleichheit und ihre menschenfeindlichen Agenden zu benennen und gegebenenfalls handlungsfähig  zu sein.

Die persönliche Haltung als zentraler Moment gegen Diskriminierung und Schutz vor Radikalisierung soll gestärkt werden. Bewusstseinsbildung, Empowerment und Power Sharing sind die Handlungsmaximen dieses Workshops. Der Umgang mit Medien, Quellen aus dem Internet und ihre Einbettungen in gesellschaftliche Strukturen wird ebenfalls in den Blick genommen.

Methodisch besteht der Workshop aus einem Wechselspiel theoretischer Inputs der Workshopleiter*innen, selbstrefl exiven Aufgaben für die Jugendlichen und gemeinsamer Diskussion. Es wird darauf geachtet einen Raum für Empowerment zu gestalten und Themen, die von den Jugendlichen aufkommen, schnell adaptieren zu können.



Radikalisierungsprävention 2021

RASSISMUSNICHTSEIN - Meine Welt ohne Rassismus

Im Rahmen der Präventionsarbeit gegen Extremismus und zur Stärkung von Demokratiekultur führten die Offenen Jugendarbeiten Bludenz Villa K. und Jam Schruns im Jahr 2021 in einer Kooperation mit der Mediendesignerin Luisa Bahl ein partizipatives Filmprojekt durch, bei dem Jugendliche, die von Rassismus betroffen sind, eine Plattform bekommen. In diesem Kurzfilm berichten Betroffene* über ihre persönlichen Erfahrungen, mit der Intention, andere junge Menschen und die Öffentlichkeit für das Thema Rassismus und Diskriminierung in Vorarlberg zu sensibilisieren.

Am ersten Drehtag in der Klarenbrunn Fabrik Bludenz am 11. April wurden sechs Jugendliche unter der Moderation der jungen Mediendesignerin Luisa Bahl interviewt. Sie initiierte das Projekt und war federführend in der Organisation, Durchführung und  Produktion des Kurzfilms. Begleitet wurde sie dabei vom professionellen Kameramann Kurt Gehring, einem Kernteam von Jugendlichen und den Jugendarbeitern Antonio Della Rossa von der Offenen Jugendarbeit Montafon - Jam und Marco Wagner von der Offenen Jugendarbeit Bludenz - Villa K. 

Alle Menschen, die sich von diesem Projekt angesprochen fühlen, die sich Gedanken zum Thema Rassismus machen, aktiv sind, die betroffenen Jugendlichen Gehör schenken wollen oder neugierig sind, waren dazu eingeladen diese Interviews im Mai anhand einer Videoinstallation in der Remise Bludenz oder im Sternensaal in Schruns zu besichtigen. Die rund 150 Besucher*innen waren berührt von den Geschichten.

Bei der Videovorführung wurden Besucher*innen interviewt. Die Interviews wurden zusammen mit den Berichten der betroffenen Jugendlichen in einem Kurzfilm verarbeitet, welcher den Abschluss des Projektes bildete. Dieser wurde am 18. Dezember in der Remise Bludenz der Öffentlichkeit gezeigt und kann nun hier, auf Youtube, Instagram und Facebook  angesehen werden. Teilen erwünscht! :-)



Alle Infos zum Projekt sind auch auf Instagram unter RASSISMUSSNICHTSEIN, den Homepages und den Social Media Kanälen der Villa K. Bludenz und Jam Schruns zu finden.


Vielen Dank an alle Unterstützer*innen dieses Projekts, darunter der Dachverband der Offenen Jugendarbeit Vorarlberg KOJE, der Fabrik Klarenbrunn Bludenz für die Nutzung der Räumlichkeiten, Remise Bludenz, der Stadt Bludenz und der Gemeinde Schruns.  




Radikalisierungsprävention 2020

Empowerment - 
Ein Projekt zur Stärkung der Demokratiekultur

Die Offene Jugendarbeit Bludenz Villa K. führte 2020 zur Radikalisierungsprävention ein Kooperationsprojekt mit der Offenen Jugendarbeit Jam Schruns durch. Dieses gestaltete sich vorwiegend durch eine digitale Veranstaltungsreihe, bei der sich die Jugendlichen in Online Meetings unter Leitung von Expert*innen und Jugendarbeiter*innen inhaltlich mit verschiedenen Formen von antidemokratischem Denken auseinandersetzten.

Anhand von Vorträgen, Diskussionsrunden und interaktiven Online Workshops hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich näher mit den Themen ExtremismusRassismus und Sexismus zu beschäftigen. Digitale Jugendarbeit hat es in den schwierigen Zeiten der Pandemie und des „social distancing“ möglich gemacht, den Kontakt zu den Jugendlichen aufrecht zu erhalten und darüber hinaus wertvolle Sensibilisierungsarbeit zu Themen und zu Ereignissen zu leisten, die im Jahr 2020 gesellschaftspolitisch relevant waren und teilweise die ganze Welt schockiert haben. Hier sei der öffentliche Mord an George Floyd in Amerika erwähnt,  aber auch Attentate in Europa im Zeichen des politischen Islams, darunter der traurige Anschlag vom 2. November in Wien, bis hin zur Stürmung des amerikanischen Kapitols, ein Symbol der Demokratie, durch rechtsextreme Trump Anhänger, kurz nach der Jahreswende, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Diese Ereignisse, ein zunehmendes Erstarken von Verschwörungstheorien, extremistischem Denken und eine allgemeine, spürbare Zunahme von Angst und Unsicherheit in der breiten Bevölkerung, haben die Jugendarbeiter Marco Wagner und Antonio Dellarossa zusätzlich darin bestärkt, ein Projekt zur Stärkung der Demokratiekultur durchzuführen. 


Welchen Nutzen konnten die teilnehmenden Jugendlichen aus dem Projekt lukrieren? Dazu sind verschiedene Jugendliche interviewt worden und selbst zu Wort gekommen


Noreen, 19

"Ich bin immer wieder überwältigt, wie sehr sich die Menschen nach der #blacklivesmatter- Bewegung, bemühen, sich weiterzubilden und zu lernen. Die Diskussionsrunde war genau das, was unsere Gesellschaft dringend braucht: Man muss in den Diskurs gehen und bereit sein zu lernen. Und an dieser Stelle muss ich mich bei den Organisatoren Antonio und Marco für diesen tollen Event bedanken! Education is the key to almost every problem!“


Benjamin, 18

"Ich war positiv überrascht, wie viele Menschen sich für das Thema interessieren und finde es wichtig, dass Rassismus auch nach der ganzen Medienpräsenz aufgearbeitet wird. Es benötigt mehr Plattformen wie diese, in denen Menschen über Rassismus aufgeklärt werden können. Denn wie so oft ist Bildung und Aufklärung der Schlüssel zur Problemlösung.“  


Lukas, 24

„Ich finde es ein super Sache, dass es die Zoom Meetings gab und das Projekt. Es ist so wichtig, dass man solche Themen auch online mit Jugendlichen bearbeitet. Ich bin froh über das Angebot und hoffe es gibt eine Fortsetzung."


Marco Wagner und Antonio Dellarossa äußern sich als Projektleitende folgendermaßen:

„Trotz anfänglicher Bedenken gegenüber einer Digitalisierung des Projekts, der schwierigen Umstände durch die Corona Pandemie und einer mehrmaligen Umplanung gelang es der OJA Bludenz und der OJA Montafon wertvolle und nachhaltige, digitale Workshops zur Stärkung der Demokratiekultur für Jugendliche anzubieten. Die Feedbacks der Jugendlichen und die Anzahl der Teilnehmer*innen motivieren uns für 2021 ein neues Projekt zur Stärkung der Demokratiekultur durchzuführen.“

An dieser Stelle ergeht ein Dankeschön an alle Teilnehmer*innen, Expert*innen und Partner*innen, besonders auch an die KOJE - Dachverband der Offenen Jugendarbeit Vorarlberg, die auch 2020 allen Mitgliedseinrichtungen finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt hat, um extremistischem Gedankengut bei Jugendlichen vorzubeugen.

Hier findest du einige der Vorträge zum Nachhören: 

https://soundcloud.com/user-964079722 


Gesellschaftliche Superlative: extrem – radikal – und du?

In der Villa K. In Bludenz stellen wir uns immer wieder gesellschaftlichen Phänomenen, denen wir auf den Grund gehen wollen. Ein Beispiel dafür ist der – leider – immer aktuelle und immer aktueller werdende Themenbereich rund um Radikalisierung bis hin zu Extremismus. Du weißt sicher aus eigener Erfahrung, dass das Motto „höher, schneller, weiter, besser“ in unserem kapitalistischen System Hochkonjunktur hat – und das hat weitreichende Folgen, die das Leben von jeder* und jedem* von uns betreffen.

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander, aber auch die Tatsache, dass Jugendliche in der heutigen Zeit gesellschaftlich fast dazu gezwungen werden, aus der Masse herauszustechen, zählt dazu. Nicht selten kommen Jugendliche in solchen Phasen mit radikalem Gedankengut in Kontakt, das nicht dann nur aufgrund des Zugehörigkeitsgefühls zu einer sozialen Gruppe identitätsstiftend wirkt, sondern auch einfache Antworten auf komplexe Fragen liefert. Da stellen sich natürlich die Fragen: Wo stehe ich in diesem System? Und vor allem: Wie stehe ich dazu?

Ein „extremes“ Angebot für gelebte Vielfalt

In der Villa K. treffen sich viele Menschen mit verschiedenem ethnischem, kulturellem und sozialem Hintergrund, die sich mit radikalem, gewaltverherrlichendem und teils antisemitischem Gedankengut beschäftigen und/oder identifizieren. Um dem entgegenzuwirken und wichtige Aufklärungsarbeit zu leisten, bot die Villa K. in Bludenz im Bereich der Radikalisierungsprävention im Jahr 2019 Workshops und Aktionstage an, die um die Themen Identität, Radikalisierung und Diskriminierung kreisen. Workshops in Form von Argumentationstrainings, Berichte von externen Expert*innen und Referent*innen und die Teilnehmer*innen, die sich und ihre Ideen nicht nur selbst einbringen durften, sondern ausdrücklich sollten, arbeiteten an einer Antwort auf die Frage, wie eine positive Radikalisierung aussehen könnte, denn in der Villa K. regiert die Vielfalt!

So erreicht ihr uns:

Offene Jugendarbeit Bludenz (OJAB) - Villa K.

Jellerstraße 16
6700 Bludenz

Telefon +43 5552 33 023
Mobiltelefon +43 676 5644706

%6F%66%66%69%63%65%40%76%69%6C%6C%61%6B%2E%61%74

Öffnungszeiten

Mo: 12:00-14:00
Tu: 12:00-14:00
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Fr: 12:00-14:00, 16:00-21:00
Sa: 14:00-17:00, 17:00-21:00

Mo-Fr Mittag gibt es die Möglichkeit, im Café die Mittagspause zu verbringen. Dienstag- und Mittwochnachmittag sind unbegleitete Zeiten im Café. An diesen Tagen ist nur nach Bedarf geöffnet. Bei Konzerten, Partys, Festen etc. können die Öffnungszeiten bis 02:00 Uhr variieren.